Dortmunder Nordstadt: Portraits zwischen Asphalt und Beton

Ein Portrait im Durchgang zur Uhlandstraße

Schöne Fotos in weniger schöner Umgebung – geht das?

Kann man in der Dortmunder Nordstadt schöne Portrait-Fotos machen? – Seit längerem schon beschäftige ich mich mit dieser Frage. Schließlich ist die Nordstadt geprägt von Asphalt, Beton, viel Autoverkehr und Straßenzügen voller Mietshäuser großer Wohnungsbaugesellschaften. Grün spielt hier nur eine untergeordnete Rolle.

Ich will Euch nicht lange auf die Folter zu spannen: Selbst in einem Ortsteil, der nicht zu gerade zu Dortmunds Filetstücken gehört, ist es möglich – solange man als Fotograf die Location sorgfältig wählt und die Ausschnitte, die als Hintergrund dienen, gut plant.

Urbane Lifestyle-Fotos in der Dortmunder Nordstadt

Als ich im Winter um ein paar moderne, urbane Lifestyle-Fotos gebeten wurde, wagte ich den Versuch und machte Loreen die Idee schmackhaft. Nach kurzem Überlegen sagte sie zu und wir streiften einen Nachmittag lang durch die Uhland-, Herder-, Kleist- und Rückertstraße.

Es ist kein Zufall, dass ich ausgerechnet diese Straßenzüge gewählt habe. Ich kenne sie seit meiner Kindheit. Denn zwei meiner Tanten lebten dort. Immer wenn ich durch diese Nordstadt-Straßen fahre, bin ich erstaunt, wie sie die Atmosphäre und Stimmung von damals erhalten haben, nur dass die Häuser im Laufe der Jahrzehnte immer wieder gestrichen und die Wohnungen renoviert wurden. Die rote Backsteinfassade in der Uhlandstraße ist immer noch dieselbe wie zu meiner Kindheit.

Die Häuser sind in den 20er-/30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts gebaut worden, haben den Zweiten Weltkrieg erlebt und wurden in den 50er-Jahren wieder aufgebaut.

Portraits im Durchgang

Weil mich diese Fassade so fasziniert, habe ich mit Loreen in der Uhlandstraße begonnen Fotos zu machen. Genauer gesagt in dem Durchgang, der die Straße mit der Herderstraße verbindet. Auf dem nachfolgenden Foto ist er in der Mitte zu sehen.

Mietshäuser in der Uhlandstraße mit Durchgang zur Herderstraße
Die Rückseite der Häuser in der Uhlandstraße
In der Kleinen Rückertstraße
Etwas Grün in der Kleiststraße

Kulturort in der Nordstadt: Das Depot

Ein recht interessanter Ort ist das Depot in der Immermannstraße. Es ist eins der Kulturorte in der Dortmunder Nordstadt und liegt in der Nachbarschaft der Unfallklinik. Dort gibt es ein Kino, in Ateliers erschaffen Künstler ihre Werke. Es wird Theater gespielt und man kann dort gut speisen. Mehrmals im Jahr finden in der großen Halle Flohmärkte und andere Aktionen statt. Der Verein Depot e.V. bietet jeden Monat ein »»abwechslungsreiches Programm.

Ehemalige Werkstatt für Straßenbahnen

Der Name Depot kommt übrigens nicht von ungefähr. Bis 1995 haben die Dortmunder Stadtwerke in der ehemaligen Straßenbahnhauptwerkstatt, so der offizielle Name, die Bahnen in Stand gehalten und repariert. Den Dortmundern ist das sperrige Wort Straßenbahnhauptwerkstatt nie so recht über die Lippen gekommen. Sie nannten es einfach Straßenbahndepot oder kurz Depot. Aus diesem Grund besteht das 1915/1916 errichtete Gebäude aus einer großen Halle in der Mitte und großen Räumen auf der linken und rechten Seite. Ganz am Ende erinnert eine alte Straßenbahn an den ursprünglichen Zweck.

In diesem nicht nur architektonisch interessanten Depot haben Loreen und ich unseren fotografischen Streifzug durch die Dortmunder Nordstadt beendet.

Meine Tipps und Empfehlung für Fotografen

Beim Fotografieren achtete ich stets darauf, dass keine Autos und andere Menschen außer Loreen auf den Bildern zu sehen sind. Um der Umgebung kein optisches Gewicht zu verleihen habe ich sie jeweils mit einer sehr offenen Blende fotografiert. Diese lag meist bei 2.8.

Draußen fotografiere ich Portraits sehr gern mit meinem 70-200 mm-Zoom-Objektiv. Ab etwa 120 mm verdichtet sich der Hintergrund sehr schön, und ich habe die Möglichkeit, das Auge des Betrachters auf die zu fotografierende Person zu lenken.

Lediglich im Depot habe ich mit meinen 50 mm- und 85 mm-Objektiven Bilder gemacht, weil ich mehr von der Umgebung auf den Fotos haben wollte.

Geht auf Entdeckungstour

Wagt den Schritt aus eurer Komfortzone, geht auf Entdeckungstour durch eure Stadt und betrachtet sie einmal mit eurem fotografischen Auge. Ihr werdet ganz bestimmt einige interessante Ecken und Orte entdecken, an denen Ihr bislang vorbeigefahren seid, die aber durchaus ein Fotoshooting wert sein können. Oftmals reicht schon ein schöner Zaun oder die Front eines Hauses aus. Mit Objektiven ab 85 mm könnt ihr die Perspektive und was im Hintergrund zu sehen oder nicht zu sehen sein soll sehr gut steuern. Und mit einer großen Blende lassen sich störende Dinge im wahrsten Sinne des Wortes gut ausblenden.

Hast Du schon einmal ein ähnliches Projekt umgesetzt? Oder planst Du ein vergleichbares Shooting?
Dann erzähle doch in einem Kommentar, was Dir vorschwebt und wo Du es umsetzen möchtest.

Portrait des Fotografen und Blog-Betreibers Heiko Kalweit

Glück auf, ich bin Heiko Kalweit aus Dortmund

in diesem Blog gebe ich Einblicke in meine Arbeit, zeige Euch Fotos von Shootings und gebe Tipps zu den Themen Fotografie und Photoshop.

Ich blicke aber auch über den Tellerrand hinaus und schreibe über Dinge, auf die ich bei meiner fotografischen Tätigkeit stoße und interessant finde.

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