Feuerwerk gekonnt fotografieren – Nicht nur etwas für Profifotografen

ISO 10.000, Blende f/2.8, 1/125 Sekunde

Feuerwerk zu fotografieren ist einfacher als gedacht

Und dann kommt der Abend, an dem der Vater des Bräutigams stolz auf der Hochzeit die Überraschung ankündigt: “Kommt bitte nach draußen vor die Tür. Ihr werdet jetzt ein Feuerwerk sehen.”
So ist es mir vor einigen Jahren ergangen. Bis zu diesem Tag hatte ich noch nie ein Feuerwerk abgelichtet. Und so wurde ich dann doch etwas kribbelig in dem Gedanken, möglicherweise falsch belichtete und unscharfe Fotos abzuliefern.

Doch weil ich immer wieder mal an dunklen oder nur wenig beleuchteten Orten fotografiere, habe ich meiner Erfahrung vertraut und schließlich prima Bilder gemacht.
Nachfolgend schildere ich, wie ich auf dieser und auf einigen anderen Hochzeiten und Geburtstagen Feuerwerk fotografiere.

ISO 8.000, Blende f/2.8, 1/125 Sekunde

Feuerwerk-Fotos – So geht’s

Viele werden jetzt vielleicht mit dem Kopf schütteln. Aber ich mache die Bilder freihand und nicht vom Stativ aus. Zum einen ist es mir zu aufwendig, für ein paar Minuten eins mitzuschleppen und aufzustellen. Zum anderen hatte ich auf den ersten beiden Partys mit Feuerwerk gar keins dabei.

Welches Objektiv?

Alles beginnt bei mir also mit der Wahl des Objektivs. Es sollte halbwegs lichtstark sein und eine Blendenöffnung von 2,8 besitzen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Objektive vom Weitwinkel bis zum leichten Tele von 85 mm eine gute Wahl sind. Sie sind nicht schwer und man erhält auch bei längeren Belichtungszeiten noch unverwackelte Fotos.

Aus diesem Grund scheidet zum Beispiel ein 70-200 mm-Objektiv aus. Die Objektive mit einer Anfangsöffnung von 2,8 sind recht schwer und liefern meiner Erfahrung nach bei 1/160, 1/125 oder gar 1/80 Sekunde nur verwackelte Fotos.

Weitwinkel und Linsen bis zu 85 mm haben außerdem den Vorteil, dass man leichtes Wackeln hinterher nicht sieht. Ein Tele holt einfach zu viele Details heran.

Welchen ISO-Wert?

Den ISO-Wert stelle ich bei Feuerwerk auf einen Wert zwischen 8.000 und 12.000 ein. Ja, ich weiß, das ist hoch. Aber das macht nichts. Denn ich belichte auf das helle Licht der Raketen. Dadurch wird der Hintergrund beziehunungsweise die Umgebung recht dunkel. Das Bildrauschen fällt dann gar nicht ins Gewicht und kann mit Lightroom oder Photoshop gut ausgeglichen werden.

Welche Blende?

Ich habe gute Erfahrung mit Blenden zwischen 2,8 und 3,5 gemacht.

Welche Belichtung?

Zunächst einmal gilt: Bei Feuerwerk orientiere ich mich am hellen Schein der Raketen. Die hellsten Bereiche sollen ja nicht “ausfressen”. Dadurch wird die Umgebung beziehungsweise der Hintergrund zwar dunkel. Aber das ist in meinen Augen okay, denn es geht ja in der Regel um das farbige Spektakel am Himmel.

Welche Belichtungszeit?

Bei der Belichtungszeit probiere ich in Belichtungsproben einfach aus, was funktioniert: 1/160, 1/125 oder 1/80 Sekunde. Ein Feuerwerk dauert meist ein paar Minuten. Daher habe ich ausreichend Zeit am Anfang ein paar Probeschüsse mit der Kamera zu machen.

Die Blende bleibt unverändert bei zum Beispiel 2,8. Mit der Belichtungszeit und dem ISO-Wert spiele ich dann vier oder fünf Fotos lang, bis ich einen passenden Wert habe.

Ein gutes und hilfreiches Werkzeug ist das Display der Kamera. Wenn ich es vor dem ersten Auslösen der Kamera auf Life-View stelle, kann ich schon prima einschätzen, welche Einstellungen ich vornehmen muss.

Mit den längeren Belichtungszeiten erhalte ich die schönen Muster am Himmel.

Worauf soll ich scharf stellen?

Ich lese häufig im Internet, dass man beim Objektiv die Automatik ausstellen und die Linse auf unendlich stellen soll. Ich fokussiere auf das Zentrum des Feuerwerks. Das ist in der Regel so hell, dass der Autofokus prima damit klar kommt.

JPG oder RAW?

Weil ich mich beim Fotografieren in einem Grenzbereich bewege, empfehle ich auf jeden Fall keine komprimierten JPG-Fotos zu machen, sondern die Kamera auf RAW einzustellen.

Fotos von einem Feuerwerk bearbeiten

Die Bearbeitung mit Lightroom oder Photoshop geht recht schnell von statten. Ich passe die Helligkeit und Kontraste an und nehme das Rauschen heraus.

In Photoshop schaue ich, ob ich mit dem Filter “Verwackelung reduzieren”, das Bild noch etwas knackiger machen kann. Fertig.

ISO 8.000, Blende f/2.8, 1/125 Sekunde
Portrait des Fotografen und Blog-Betreibers Heiko Kalweit

Glück auf, ich bin Heiko Kalweit aus Dortmund

in diesem Blog gebe ich Einblicke in meine Arbeit, zeige Euch Fotos von Shootings und gebe Tipps zu den Themen Fotografie und Photoshop.

Ich blicke aber auch über den Tellerrand hinaus und schreibe über Dinge, auf die ich bei meiner fotografischen Tätigkeit stoße und interessant finde.

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